Keyword Difficulty richtig interpretieren
Keyword Difficulty – häufig auch als Difficulty SEO bezeichnet – hat sich als Hilfsmittel bei der Entwicklung erfolgreicher Webseiten bewährt. Doch nicht immer sind die Bemühungen von Erfolg gekrönt: Das gute Ranking bleibt aus. Woran liegt es? Oft wird die Aussagekraft der Keyword Difficulty falsch eingeschätzt. Der Wert ist ein wichtiger Anhaltspunkt, kann jedoch keine umfassende Keyword-Strategie ersetzen. Der folgende Überblick hilft Ihnen, die Metrik richtig einzusetzen und häufige Fehler zu vermeiden.
Grundlagen: Was ist Keyword Difficulty?
Keyword Difficulty oder Keyword-Schwierigkeit ist eine Kennzahl, die die Stärke der Konkurrenz in Bezug auf ein bestimmtes Keyword abschätzt. Keyword-Tools geben sie meist mit einer Zahl zwischen 0 und 100 an. 100 bedeutet: höchste Schwierigkeit. In diesem Fall ist es sehr unwahrscheinlich, auf der ersten Seite der Suchergebnisse zu erscheinen. Dagegen ist es bei einem Wert zwischen 0 und 10 vergleichsweise leicht, ein gutes Ranking zu erreichen.
Kennen Sie den Schwierigkeitsgrad eines Keywords, können Sie abschätzen, wie viel Aufwand erforderlich ist, um mit den Top-Seiten zu konkurrieren. Er gibt Ihnen eine Grundlage für strategische Entscheidungen. Sie können Keywords vermeiden, mit denen Sie derzeit kaum Chancen haben. Bei Keywords mit geringem Wettbewerb dürfen Sie schneller ein gutes Ranking erwarten.
Difficulty SEO stellt einen einzelnen Faktor in Ihrer gesamten SEO-Strategie dar. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass es sich dabei nicht um einen Google-Wert handelt. Der Schwierigkeitsgrad wird von einem Keyword-Tool errechnet. Er ist nicht absolut, stellt aber einen wichtigen Anhaltspunkt dar.
Wie Keyword Difficulty berechnet wird
Es gibt keine offizielle, einheitliche Formel für die Berechnung der Keyword Difficulty. Bei der Ermittlung spielen je nach Tool verschiedene Faktoren eine Rolle. Zu den wichtigsten zählt eine Analyse der Ergebnislisten (SERPs) der Suchmaschinen. Die Autorität (Domain Authority bzw. Domain Rating) der aktuell gut gerankten Seiten spielt ebenfalls eine Rolle. Hinzu kommt die Auswertung der vorhandenen Backlinks. Zum Teil wird auch das Suchvolumen (Search Volume) berücksichtigt, teilweise zusätzlich die Onpage-Optimierung der Top-Ergebnisse.
Unterschied zwischen Tools
Jedes SEO-Tool hat eine eigene Berechnungsformel. Deswegen kommen sie zu unterschiedlichen Ergebnissen. Alle Tools werten bestimmte Faktoren der Seiten mit einem Top-Ranking in Bezug auf das Keyword aus. Aus diesen errechnet sich der Schwierigkeitsgrad. Unterschiedliche Bewertungsfaktoren und Gewichtungen führen zu den Differenzen.
Für eine realistische Einschätzung des Werts ist es wichtig, sich mit dem jeweiligen Tool vertraut zu machen. Aus Erfahrung wissen Sie dann, welche Aussagekraft der Schwierigkeitsgrad Ihres Tools hat, welche Werte für Ihre Domain realistisch sind und ab wann ein Keyword für Sie eher als „schwierig“ gilt.
Warum Keyword Difficulty oft falsch verstanden wird
Ein häufiger Irrtum ist die Ansicht, dass der Schwierigkeitsgrad eines Keywords alles aussagt, was darüber zu wissen ist. Für eine erfolgreiche SEO-Strategie müssen Sie jedoch weitere Metriken hinzuziehen. Keine Suchmaschine richtet sich beim Ranking ausschließlich nach einem einzigen Wert, den Ihr SEO-Tool errechnet.
Keyword Difficulty gibt Aufschluss über die Konkurrenz bezüglich eines Suchbegriffs. Über Suchintentionen potenzieller Kundinnen und Kunden können Sie daraus kaum Rückschlüsse ziehen. Hier müssen Sie zusätzliche Recherchen durchführen. Insbesondere ignoriert der Wert wichtige Faktoren wie Content-Qualität, thematische Relevanz und Autorität Ihrer Webseite. All das entscheidet in erheblichem Maße über Ihre Ranking-Chancen.
Difficulty SEO: Typische Irrtümer
Den Schwierigkeitsgrad absolut zu sehen, führt zu falschen Einschätzungen. Hohe Difficulty bedeutet nicht automatisch, dass ein gutes Ranking unmöglich ist. Wenn Sie bereits eine gute Autorität haben und exzellenten, passgenauen Content liefern, kann ein Keyword mit hoher Difficulty sich für Sie durchaus lohnen.
Umgekehrt führt niedrige Difficulty nicht automatisch zu einem Top-Ranking. Ohne hochwertige Inhalte, klare Suchintention-Abdeckung und eine technisch saubere Seite werden Sie auch mit „einfachen“ Keywords keine nachhaltigen Platzierungen erreichen.
Das zeigt die Kennzahl Keyword Difficulty Ihnen nicht
Keinesfalls dürfen Sie die Keyword-Schwierigkeit als wichtiger einstufen als die Qualität Ihres Contents. Hochwertige Inhalte zählen nach wie vor zu den wichtigsten Kriterien für ein Top-Ranking. Wie gut sie genau sind, kann Ihnen dieser Wert nicht sagen. Ebenso wenig hilft er Ihnen, Content-Lücken zu finden oder Themenpotenziale zu identifizieren.
Legen Sie viel Wert auf aktuelle, gut strukturierte Inhalte, die die Suchintention wirklich abdecken. Suchmaschinen honorieren diese mit guten Rankings. Außerdem ermöglicht Ihnen Qualitäts-Content, erfolgreich Keywords mit höherer Difficulty zu verwenden. Zudem sollte der Content regelmäßig auf Lücken und veraltete Informationen geprüft werden. Nur wenn Sie diese schließen, erreichen Sie neue Interessentinnen und Interessenten.
Der Schwierigkeitsgrad selbst gibt keinen Aufschluss über die Suchintention. Doch diese ist entscheidend dafür, dass Sie Ihr Zielpublikum erreichen. Ergänzend sollten Sie daher die SERPs manuell prüfen (informational, transaktional, navigational?) und analysieren, welche Formate dominieren (Ratgeber, Shops, Vergleichsseiten etc.).
Schließlich berücksichtigt die SEO Difficulty die Nutzererfahrung auf Ihrer Webseite nicht direkt. Diese hat jedoch einen erheblichen Einfluss auf Ihr Ranking. Denn Suchmaschinen nutzen verschiedene Metriken, die die Nutzerfreundlichkeit messen – etwa Ladezeiten, Mobile-Freundlichkeit, Struktur und interne Verlinkung.
Der Zusammenhang zwischen Schwierigkeit, Suchvolumen und Keyword-Wettbewerb
Keyword-Schwierigkeit, Suchvolumen (Search Volume) und Wettbewerb (Competition): Alle drei Faktoren spielen bei der Keyword-Auswahl eine Rolle. Das Suchvolumen ist wichtig für Sie, wenn Sie auf hohen Traffic abzielen. Falls Sie in einem Nischenbereich aktiv sind, empfehlen sich eher Suchbegriffe mit kleinerem Volumen, dafür aber hoher Relevanz.
In der Regel gibt es einen Zusammenhang zwischen hohem Schwierigkeitsgrad und starken Mitbewerbern. Doch die Difficulty wird auf Basis weniger, technisch messbarer Faktoren berechnet. Eine genaue Analyse der Mitbewerber kann ergeben, dass Ihre Ranking-Chancen trotzdem gut sind – etwa weil deren Inhalte veraltet, oberflächlich oder zu werblich sind.
Erstellen Sie ein maßgeschneidertes Konzept, das alle drei Faktoren berücksichtigt. Von Vorteil sind Keywords von hoher Relevanz, die ein gutes Suchvolumen und eine mäßige Konkurrenz aufweisen. In der Praxis funktioniert oft ein Mix aus:
- einigen wenigen, schwierigeren „Core-Keywords“ mit langfristigem Ziel, und
- zahlreichen Longtail-Keywords mit geringerer Difficulty für schnellere Erfolge.
Praxisbeispiele mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden
Fall 1: Gutes Ranking trotz hoher Difficulty
Keywords mit hoher Difficulty beziehen sich oft auf Produkte und Dienstleistungen, etwa „günstige Autoversicherung“, „Anwalt online“, „Winterstiefel kaufen“. Auch Schlagwörter zu aktuellen Ereignissen oder Schlüsselbegriffe aus Marketing, IT oder Tourismus gehören dazu.
Sie lohnen sich für Sie, wenn Sie eine etablierte, gut strukturierte Webseite mit hoher Autorität haben. Die Seite mit dem neuen Keyword muss in ein gut funktionierendes Umfeld eingebunden sein. Der Aufwand hierfür ist hoch. Eine umfangreiche, regelmäßig gepflegte Backlink-Struktur gehört ebenso dazu wie aktueller, ganzheitlicher Content von hoher Qualität sowie eine technisch saubere Website.
Fall 2: Kein Ranking trotz niedriger Difficulty
Niedrige Difficulty bedeutet nicht automatisch ein gutes Ranking. Das Keyword muss so präsentiert werden, dass es der Suchintention von Interessierten entspricht. Ist dies für Suchmaschinen nicht erkennbar, stufen sie die Seite als nicht relevant ein.
Auch schwacher oder dünner Content, fehlende interne Verlinkung oder technische Probleme (z. B. langsame Ladezeiten, fehlerhafte Indexierung oder Duplicate Content) beeinträchtigen die Ranking-Chancen. In vielen Fällen liegt der Grund für mangelnde Sichtbarkeit eher hier als in der Difficulty selbst.
Fall 3: Longtail-Keyword mit niedriger Difficulty
Für relativ schnellen Erfolg können Longtail-Keywords sorgen. Dabei handelt es sich um Wortkombinationen oder Phrasen wie „gebrauchtes Fahrrad Berlin“ oder „Akku von Laptop selbst wechseln“. Diese Keywords drücken eine spezifische Suchintention aus.
Bei professionellen SEO-Strategien werden sie seltener als eigenständige „Hauptkeywords“ betrachtet, obwohl sie im Content eine große Rolle spielen. Das bedeutet oft einen geringeren Schwierigkeitsgrad. Damit können Sie leichter ein gutes Ranking erzielen und sehr zielgerichteten Traffic gewinnen, der häufig eine hohe Conversion-Wahrscheinlichkeit aufweist.
Wie Sie Keyword Difficulty richtig nutzen
Schritt 1: Keyword Difficulty bestimmen
Lassen Sie sich von einem Tool die Schwierigkeit eines Keywords anzeigen. Der Wert dient als Orientierung für die weitere Analyse. Sinnvoll ist es, intern grobe Bereiche festzulegen, z. B. „leicht“, „mittel“ und „schwierig“.
Schritt 2: SERPs manuell prüfen
Sehen Sie sich die Top-10-Ergebnisse genau an. Dadurch erhalten Sie wertvolle Informationen, welcher Aufwand notwendig ist, um ein gutes Ranking zu erreichen. Achten Sie auf:
- Art der Seiten (Ratgeber, Shops, Vergleichsportale, Hersteller …)
- Inhaltstiefe und Aktualität
- Markenstärke und Autorität der Domains
- Art und Umfang der Backlinks (soweit erkennbar)
Schritt 3: Content-Qualität und Suchintention analysieren
Führen Sie eine Analyse des Contents der besten Ergebnisseiten durch. Der Content spielt bei der Bewertung durch die Suchmaschinen eine herausragende Rolle. SEO-Tools dagegen berücksichtigen ihn bei der Berechnung des Schwierigkeitsgrads nur indirekt oder gar nicht.
Deswegen ist für eine verlässliche Einschätzung Eigenarbeit gefragt: Deckt der bestehende Content die Suchintention wirklich ab? Gibt es Aspekte, die Ihre Seite besser, strukturierter oder ausführlicher darstellen kann? Welche Formate (Text, Video, Ratgeber, Produktvergleich) funktionieren für dieses Keyword besonders gut?
Schritt 4: Mit der eigenen Leistungsfähigkeit abgleichen
Für den Erfolg in der Praxis müssen Sie die Ergebnisse Ihrer Analyse in Relation zu dem setzen, was Ihre Seite leisten kann. Wenn die Konkurrenz zu stark ist, empfiehlt es sich, auf ein Keyword mit geringerer Difficulty oder auf spezifische Longtail-Varianten auszuweichen.
Entscheidend ist, dass Sie Ihre Ziele erreichen, nicht, sich um jeden Preis mit anderen Seiten zu messen. Planen Sie realistische Zeiträume ein und kombinieren Sie kurzfristig erreichbare Keywords mit langfristigen Zielen.
Wichtige Frage für die Keyword-Auswahl
Bevor Sie sich für ein bestimmtes Keyword entscheiden, sollten Sie sich eine wesentliche Frage stellen: Können Sie besseren oder deutlich relevanteren Content liefern als die Konkurrenz? Nur wenn Sie diese Frage mit „ja“ beantworten können, wird Ihre Seite mittelfristig konkurrenzfähig sein.
Typische Fehler in der Praxis vermeiden
Vertrauen Sie Analyseergebnissen nicht blind. Jedes Tool hat Stärken und Schwächen. Machen Sie sich mit ihnen vertraut. Konzentrieren Sie sich nicht ausschließlich auf die reinen Zahlen. Nur wenn Sie den Kontext kennen und verstehen, können Sie entscheiden, welche Suchbegriffe für Sie die richtigen sind.
Berücksichtigen Sie bei der Keyword-Auswahl alle relevanten Faktoren, nicht nur den Schwierigkeitsgrad. Falsche Entscheidungen führen zu erheblichem Mehraufwand, der keinen Erfolg bringt. Den Aufwand einer Konkurrenzanalyse zu scheuen, schadet mehr, als es nützt – das Risiko von Fehleinschätzungen ist hoch.
Ebenfalls typisch ist es, sich nur auf ein einziges Hauptkeyword zu fokussieren und semantisch verwandte Begriffe oder Fragen zu ignorieren. Ein ganzheitlicher Ansatz mit Themenclustern, FAQ-Bereichen und unterstützenden Beiträgen erhöht Ihre Chancen deutlich.
Tools für die Keyword-Analyse
Für die Ermittlung des Schwierigkeitsgrads von Begriffen stehen Ihnen verschiedene Tools zur Verfügung. Zu den bekanntesten gehören:
- Ahrefs: Als Basis für die Berechnung dienen Qualität und Anzahl der Backlinks, die auf die Top-10-Seiten der Ergebnisliste für einen Suchbegriff verweisen. Daraus ergibt sich ein Difficulty-Wert zwischen 0 und 100.
- SEMrush: Auch SEMrush analysiert die Top-Ergebnisse. In die Berechnung fließen Faktoren wie Keyword-Optimierung, Qualität der Inhalte, Autorität sowie Zahl und Stärke der Backlinks ein.
- Sistrix: Bei Sistrix finden Sie eine vergleichbare Kennzahl unter der Bezeichnung „Wettbewerbs-Level“. Für jedes Keyword werden mehrere Metriken berücksichtigt und gewichtet.
- Ubersuggest: Dieses Tool verwendet sowohl „SEO Difficulty“ als auch „Paid Difficulty“. Konkrete Informationen zur Berechnungsgrundlage sind nicht vollständig veröffentlicht, dennoch bietet der Wert eine grobe Orientierung.
Zusätzlich verfügen viele weitere SEO-Suiten und spezialisierte Keyword-Tools über eigene Difficulty-Metriken. Wichtig ist, dass Sie ein Kern-Tool wählen und dessen Skala verstehen, anstatt permanent zwischen vielen Tools zu springen.
Difficulty SEO – Best Practices
Folgende Schritte haben sich bewährt, um erkennbare Verbesserungen im Ranking zu erzielen:
- Keyword Difficulty als Richtwert nutzen: Der Schwierigkeitsgrad erlaubt Ihnen, die Konkurrenz grob einzuschätzen – aber er ersetzt keine SERP-Analyse.
- Stets manuell prüfen: Durch die manuelle Prüfung der Suchergebnisse erkennen Sie, wie Sie die Bewertung des SEO-Tools einzuordnen haben. Außerdem können Sie die Keywords auswählen, die sich für Ihre Zwecke am besten eignen.
- Longtail-Strategie einsetzen: Die Suchintention von Interessierten zeigt sich bei Longtail-Keywords deutlicher. So haben Sie die Möglichkeit, wirklich relevanten und wertvollen Traffic zu gewinnen – häufig bei geringerer Difficulty.
- Auf Themencluster setzen: Bündeln Sie Inhalte in Themenwelten (Pillar-Page plus Cluster-Content). Das stärkt Ihre Autorität zu einem Thema und hilft auch bei schwierigeren Keywords.
- Realistische Ziele setzen: Sie vermeiden Enttäuschungen, wenn Sie die aktuelle Leistungsfähigkeit Ihrer Webseite richtig einschätzen und Ihre Keyword-Ziele danach staffeln.
Fazit: Erfolg dank durchdachter Difficulty SEO
Wenn Difficulty SEO nicht die gewünschten Ergebnisse zeigt, liegt es in der Regel nicht an der Kennzahl selbst. Vielmehr muss ihre Verwendung überdacht werden. Sie ergänzt SEO-Kriterien, die noch wichtiger sind: die Qualität Ihres Contents, die Suchintention Ihrer Zielgruppe, die technische Basis Ihrer Website sowie der aktuelle Wettbewerb in Ihrem Themengebiet oder Geschäftsfeld.
Wenn Sie den Schwierigkeitsgrad von Keywords so verstehen und einsetzen – als Kompass, nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage – stellt er ein nützliches Analyseinstrument dar. Kombiniert mit fundierter SERP-Analyse, hochwertigem Content und einer klaren Strategie wird sich Ihr Aufwand langfristig in besseren Rankings und qualitativ hochwertigem Traffic auszahlen.